Was Polizei und BKA empfehlen, zuhause aufzubewahren (und was nicht)
Wenn es um die Sicherheit zu Hause geht, sind das Bundeskriminalamt (BKA) und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) die wichtigsten offiziellen Anlaufstellen in Deutschland. Ihre Empfehlungen basieren auf jahrzehntelanger Forschung, kriminologischer Expertise und der Auswertung Hunderttausender Einbruchsfälle.
Doch wie viele Menschen kennen diese Empfehlungen wirklich? Wie viele setzen sie konsequent um? Die Realität in deutschen Haushalten zeigt, dass die Kluft zwischen offizieller Empfehlung und täglicher Praxis groß ist — mit entsprechenden Konsequenzen bei Einbrüchen.
In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Empfehlungen von BKA, ProPK und den Versicherungsexperten des GDV zusammen, erklären die Hintergründe und zeigen moderne Lösungen für einen optimalen Schutz.
Die offiziellen BKA-Empfehlungen im Detail
Empfehlung 1: Bargeld minimieren
Das BKA und die ProPK empfehlen ausdrücklich, die Menge an Bargeld, die zu Hause aufbewahrt wird, auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Bargeld gehört zu den am häufigsten gestohlenen Gegenständen bei Einbrüchen — und aus gutem Grund: Es ist sofort verwendbar, nicht verfolgbar und leicht zu transportieren.
Die offizielle Empfehlung: Nicht mehr als 200 bis 300 Euro Notfallbargeld zu Hause aufbewahren. Größere Bargeldmengen gehören auf das Konto oder in ein Bankschließfach.
Empfehlung 2: Wertsachen dokumentieren
Für alle werthaltigen Gegenstände in der Wohnung — Schmuck, Uhren, Elektronik, Kunstgegentände — sollte eine vollständige Inventarliste erstellt werden. Diese Liste sollte enthalten:
- Fotos aller Gegenstände (mehrere Perspektiven)
- Beschreibung (Marke, Modell, Material, Besonderheiten)
- Seriennummern (bei Elektronik und manchen Uhren)
- Anschaffungswert bzw. aktueller Versicherungswert
- Bei Schmuck: Gutachten eines Juweliers
Diese Dokumentation ist aus mehreren Gründen wichtig: Sie ermöglicht eine schnelle und vollständige Schadensanzeige bei der Versicherung. Sie hilft der Polizei, gestohlene Gegenstände zu identifizieren und zuzuordnen. Und sie kann verhindern, dass Versicherungen Zahlungen verzögern oder ablehnen, weil der Nachweis des Besitzes fehlt.
Die Inventarliste sollte außerhalb der Wohnung aufbewahrt werden — in der Cloud, bei einer Vertrauensperson oder in einem Bankschließfach. Eine Liste, die beim Einbruch gestohlen wird, nützt nichts.
Empfehlung 3: Einbruchhemmende Sicherungstechnik
Die ProPK empfiehlt für alle Zugangspunkte einer Wohnung (Haustür, Fenster, Terrassentür, Kellerfür) Einbruchhemmende Sicherungstechnik nach DIN EN 1627. Für Wohnungstüren wird mindestens Widerstandsklasse RC2 empfohlen, für Hochrisikogebiete RC3.
Wichtig: Zusätzliche Schlösser sind nur so sicher wie der Rahmen, in dem sie sitzen. Ein hochwertiges Schloss in einem maroden Türrahmen bietet wenig Schutz. Die ProPK empfiehlt, bei der Nachrüstung von Einbruchschutz immer auch den Rahmen zu berücksichtigen.
Empfehlung 4: Sichtschutz für Wertgegenstände
Das BKA weist darauf hin, dass Einbrecher bei der Zielauswahl häufig von außen erkennbare Wertgegenstände berücksichtigen. Teure Elektronik, die durch das Fenster sichtbar ist, hochwertige Fahrzeuge in der Einfahrt oder sichtbarer Schmuck trägt zur Attraktivität eines Objekts bei.
Empfehlung: Legen Sie keine wertvollen Gegenstände sichtbar ab, wenn Sie das Haus verlassen. Schließen Sie Rolladen oder Vorrhänge, damit Einbrecher nicht in die Wohnung sehen und die Ausstattung beurteilen können.
Empfehlung 5: Keine Handtaschen oder Rucksäcke sichtbar lassen
Eine oft unterschaetzte Empfehlung der ProPK: Handtaschen, Rucksäcke und andere Behalter, die Bargeld, Kreditkarten oder Schlüssel enthalten können, sollten nicht sichtbar in der Nähe der Wohungseingänge aufbewahrt werden. Einbrecher, die schnell durchsuchen, greifen systematisch in Handtaschen und Jacken — das dauert nur Sekunden und kann tausende Euro in Bargeld und teuren Kreditkarten bedeuten.
Empfehlung 6: Ersatzschlüssel sicher verwahren
Ein Ersatzschlüssel unter dem Fußabtreter, im Blumentopf oder am Schloss — das sind keine Verstecke, das sind Einladungen. Das BKA ist hier eindeutig: Ersatzschlüssel gehören nicht in die unmittelbare Nähe der Wohnung. Bei einer Vertrauensperson außerhalb ist der richtige Ort.
Empfehlung 7: Vorsicht beim Umgang mit sozialen Medien
Die ProPK und das LKA mehrerer Bundesländer warnen ausdrücklich vor der Ankündigung von Abwesenheit in sozialen Medien. Urlaubsfotos in Echtzeit, Check-ins bei Restaurants weit weg von zu Hause oder die Ankündigung einer mehrtages Reise sind für Einbrecher wertvolle Informationen.
Empfehlung: Urlaubsfotos nach der Rückkehr posten, nicht während des Urlaubs. Profilseiten in sozialen Netzwerken auf Privatstellung setzen. Niemals Wohnadresse und Abwesenheitszeitraum kombiniert veröffentlichen.
Was die GDV-Versicherungsexperten empfehlen
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergänzt die BKA-Empfehlungen mit versicherungstechnischen Hinweisen, die für den Fall eines Einbruchs relevant sind:
GDV-Empfehlung 1: Versicherungsschutz prüfen
Lesen Sie Ihre Hausratversicherung sorgfältig. Viele Menschen wissen nicht, dass ihre Police bestimmte Klauseln enthält, die den Schutz einschränken — zum Beispiel Bargeldlimits, Schmucklimits oder Anforderungen an die Aufbewahrung bestimmter Gegenstände (manche Policen verlangen, dass Schmuck ab einem bestimmten Wert in einem zertifizierten Tresor aufbewahrt wird).
GDV-Empfehlung 2: Wertgegenstände versicherungsgerecht aufbewahren
Einige Versicherungen zahlen nicht den vollen Wert, wenn Wertsachen nicht gemäß den Vertragsbedingungen aufbewahrt wurden. Informieren Sie sich, ob Ihre Police bestimmte Aufbewahrungsanforderungen hat, und erfüllen Sie diese.
GDV-Empfehlung 3: Hochwertige Gegenstände separat versichern
Für besonders wertvolle Schmuckstücke, hochwertige Uhren oder Kunstgegenwertände lohnt sich eine separate Versicherung (All-Risk-Versicherung oder Wertsachenversicherung), die über die Hausratversicherung hinausgeht. Diese bieten oft einen umfassenderen Schutz und höhere Entschädigungsbeträge.
Was Sie zu Hause aufbewahren sollten — und wie
Basierend auf den offiziellen Empfehlungen und den Erkenntnissen der Kriminalforschung lässt sich eine klare Leitlinie entwickeln:
Im Bankschließfach (außerhalb der Wohnung)
- Selten benötigte Originalurkunden (Geburts- und Heiratsurkunde, Testament, Grundbuchauszug)
- Erbschmuck und Familienschmuck, der nicht regelmäßig getragen wird
- Bargeldmengen über 500 Euro
- Aktien, Wertpapiere und andere Finanzinstrumente in Papierform
- Hochwertige Uhren und Schmuckstücke über einem bestimmten Wert
In einem zertifizierten, verankerten Tresor
- Schusswaffen und Munition (gesetzliche Pflicht in Deutschland)
- Wertvolle Dokumente, die regelmäßig benötigt werden
- Mittlere Bargeldmengen (bis ca. 2.000 Euro) für Notfälle
In einem Möbel mit verstecktem Fach (Beetle Wood)
- Schmuck und Uhren, die regelmäßig getragen werden
- Aktuelle Reisepapiere (Personalausweis, Reisepass)
- Kleinere Bargeldmengen für den Alltag
- Externe Festplatten mit wichtigen Daten
- Persönliche Gegenstände mit emotionalem Wert
Nirgendwo in der Wohnung (im Bankschließfach oder aufgelöst)
- Große Bargeldmengen über 2.000 Euro
- Hochwertige Einzelstücke, die nur selten oder gar nicht genutzt werden
- Originale wichtiger Dokumente, von denen Kopien ausreichen
Die Rolle der Einbruchmeldeanlage
Eine Einbruchmeldeanlage (EMA) gehört zu den wichtigsten technischen Präventionsmaßnahmen. Das BKA und die ProPK empfehlen für gefährdete Objekte eine VdS-anerkannte EMA, die direkt auf eine Alarmempfangsstelle aufgeschaltet ist.
Eine lokale Sirene allein ist nicht ausreichend: Sie schreckt ab, aber wenn das Objekt nicht beobachtet wird, kann der Einbrecher trotzdem seine Arbeit beenden, bevor jemand die Polizei ruft. Eine aufgeschaltete Anlage ermöglicht eine lükenlose Überwachung und schnellere Reaktion.
Nachbarschaftsnetzwerke und soziale Prävention
Neben technischen Maßnahmen betont die ProPK auch die Bedeutung sozialer Prävention. Nachbarschaftsnetzwerke, in denen sich Bewohner gegenseitig über Abwesenheiten informieren und bei Verdächtigem aufmerksam sind, haben nachweislich eine einbruchsreduzierende Wirkung.
Praktische Maßnahmen: Hinterlassen Sie einer Vertrauensperson Ihren Urlaubstermin und eine Kontaktnummer. Bitten Sie Nachbarn, im Zweifelsfall die Polizei zu rufen. Engagieren Sie sich in lokalen Sicherheitsinitiativen.
Die KfW-Förderung: Staatliche Unterstützung für Einbruchschutz
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Investitionen in den Einbruchschutz. Im Rahmen des Programms Altersgerecht Umbauen (Programm 455) können einbruchhemmende Maßnahmen wie neue Türen, Fenster und Alarmsysteme mit zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen gefördert werden.
Förderfähig sind unter anderem: Einbruchhemmende Türen und Fenster (DIN EN 1627), Rollladen und Lichtschacht-Gitter sowie Einbruchmeldeanlagen und Bewegungsmelder. Informieren Sie sich auf der KfW-Website über aktuell verfügbare Förderprogramme und Konditionen.
Kombination ist der Schlüssel: Das mehrschichtige Sicherheitskonzept
Die wichtigste Erkenntnis der modernen Einbruchsprävention: Kein einzelne Maßnahme ist ausreichend. Nur die Kombination mehrerer Schutzebenen bietet wirksamen Schutz.
Das BKA empfiehlt explizit ein mehrschichtiges Konzept: Mechanische Sicherung (einbruchhemmende Türen und Fenster), Elektronische Sicherung (Einbruchmeldesystem, Kameras), Unsichtbare Sicherung (clevere, nicht erkennbare Aufbewahrung von Wertgegenständen), Soziale Sicherung (Nachbarschaftsnetzwerke) und Verhaltensänderungen (keine Ankündigung von Abwesenheit in sozialen Medien).
Beetle Wood als Teil des Sicherheitskonzepts
Möbel mit versteckten Fächern von Beetle Wood sind ein wichtiger Baustein im mehrschichtigen Sicherheitskonzept. Sie adressieren direkt die Schwachstelle, die auch technisch gesicherte Wohnungen haben: Was passiert, wenn der Einbrecher trotz aller Hindernisse eingedrungen ist?
Die Antwort von Beetle Wood: Er findet keine Wertgegenstände an den bekannten Orten, weil sie diskret in Möbeln versteckt sind, die er nicht als Versteck erkennt. Das minimiert den Schaden im Einbruchsfall — eine Maßnahme, die keine andere Sicherheitstechnik erbringt.
Fazit: Nutzen Sie das Wissen der Experten
BKA, ProPK und GDV haben jahrzehntelange Erfahrung mit Einbrüchen und deren Prävention. Ihre Empfehlungen sind keine theoretischen Übungen, sondern das Destillat aus Hunderttausenden realer Einbruchsfälle. Wer diese Empfehlungen ernst nimmt und konsequent umsetzt, reduziert sein Einbruchsrisiko erheblich.
Das bedeutet: Bargeld minimieren, Wertsachen dokumentieren, technische Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, soziale Netzwerke pflegen — und die clevere, unsichtbare Aufbewahrung als letzte Schutzebene nutzen.
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